Im türkischen Forderungseinzug ist der schnellste Weg nicht immer die Klage. Für zahlreiche Geldforderungen kann ein Vollstreckungsverfahren ohne vorheriges Leistungsurteil eröffnet werden. Das verschafft Geschwindigkeit, setzt aber voraus, dass der Gläubiger auf einen möglichen Widerspruch vorbereitet ist.

Was passiert nach Einleitung des Verfahrens?

Das Vollstreckungsamt veranlasst die Zustellung des Zahlungsbefehls. Im allgemeinen Vollstreckungsverfahren kann der Schuldner typischerweise innerhalb von sieben Tagen widersprechen. Ein wirksamer Widerspruch stoppt die Fortsetzung zunächst. Reagiert der Schuldner nicht rechtzeitig, kann das Verfahren in die Pfändungsphase übergehen.

Widerspruch: der eigentliche Streit beginnt

Dann ist zu prüfen, welcher gerichtliche Weg zur Beseitigung des Widerspruchs offensteht. Das hängt wesentlich davon ab, welche Urkunden vorliegen und wie die Forderung rechtlich strukturiert ist. Wer schon bei Einleitung nur eine Rechnung, aber keinen tragfähigen Leistungsnachweis vorlegen kann, sollte das Prozessrisiko kennen.

Welche Vermögenswerte können relevant sein?

Bankkonten, Forderungen gegen Dritte, Fahrzeuge, Immobilien, Gesellschaftsanteile und andere pfändbare Vermögenswerte können je nach Fall Ansatzpunkte sein. Vermögensrecherche und Vollstreckung sind kein einmaliger Klick, sondern eine Strategie, die auf den Schuldner zugeschnitten wird.

Deutsches Urteil vorhanden?

Dann kann ein türkisches Anerkennungs- oder Vollstreckbarerklärungsverfahren vorgeschaltet sein. Siehe unseren Beitrag Deutsches Urteil in der Türkei vollstrecken.

Praxis: Schicken Sie Vertrag, Rechnung, Leistungsnachweis, Korrespondenz und vollständige Schuldnerdaten zusammen. Die Qualität der Unterlagen bestimmt, wie robust die Strategie nach einem Widerspruch bleibt.

Anwaltliche Unterstützung

Wenn Sie eine konkrete Forderung gegen einen Schuldner in der Türkei durchsetzen möchten, finden Sie den Mandatsweg auf unserer Seite zum Inkasso in der Türkei durch Anwalt.