Ein Mandant kann in München sitzen, der Vertrag in Frankfurt unterschrieben worden sein und trotzdem muss in Istanbul vollstreckt werden. Umgekehrt kann eine türkische Gesellschaft einen Rechtsstreit vor einem deutschen Gericht führen. Entscheidend sind Rechtsordnung, Gerichtsstand, Vermögensort und gewünschte Maßnahme.
Typische Fälle für einen Anwalt in der Türkei
- Schuldner oder Vermögen befinden sich in der Türkei
- Tapu, Handelsregister, türkische Bank oder Behörde muss handeln
- ein Verfahren läuft vor einem türkischen Gericht
- ein deutsches Urteil soll in der Türkei Wirkung entfalten
- türkisches Gesellschafts-, Vertrags- oder Arbeitsrecht ist maßgeblich
Wann deutsche Beratung zusätzlich sinnvoll sein kann
Wenn deutsches Recht eigenständig geprüft werden muss, etwa zu deutschem Vertragsrecht, Steuerrecht, Familienrecht oder einem deutschen Ausgangsverfahren. Grenzüberschreitende Mandate können eine abgestimmte Arbeit beider Länder erfordern.
Faustregel: Wo muss der nächste rechtliche Schritt stattfinden?
Muss ein türkisches Gericht, Vollstreckungsamt, Handelsregister, Grundbuchamt, Notar, eine türkische Bank oder Behörde handeln, spricht vieles dafür, die türkische Vertretung früh einzubinden. Liegt der Schwerpunkt dagegen ausschließlich in Deutschland, kann ein deutscher Rechtsanwalt der richtige erste Ansprechpartner sein. Bei gemischten Fällen werden die Aufgaben getrennt und koordiniert.
Gerade bei Inkasso, Immobilien, Gesellschaften, türkischen Gerichtsverfahren und der Vollstreckung in der Türkei ist es regelmäßig sinnvoll, die Umsetzbarkeit in der Türkei schon vor dem ersten Schreiben oder Vertragsschritt mitzudenken.