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Firmengründung bei einer Freihandelszone

1. Gewinnsteuerbefreiung für die Firma
Der durch die Firma mit der Produktionstätigkeit in der Freihandelszone erzielte Jahresgewinn ist
von der Gewinnsteuer vollständig befreit. Diese Befreiung gilt bis zur EU-Mitgliedschaft der Türkei
und bis zum Ablauf der Tätigkeitszulassung. Die von den weiteren Tätigkeiten etc. außer Freihandelszone erzielten Gewinne sind von dieser Befreiung ausgeschlossen. Deshalb sind beide
Aktivitätsarten in der Buchhaltung voneinander getrennt zu führen.
 
2. Einkommenssteuerbefreiung für Löhne und Gehälter
Die Löhne und Gehälter sind von der Einkommenssteuer vollständig befreit, wenn min. 85 % der
produzierten Waren ins Ausland exportiert werden.
 
3. Einkommenssteuer für die Gewinnausschüttung
Im Falle der Gewinnausschüttung sind die Gesellschafter verpflichtet, die entsprechende
Einkommenssteuer zu zahlen. Jedoch ist diese Steuer durch die Gesellschaft zu berechnen und
bereits vor der Auszahlung an Gesellschafter an das Finanzamt zu zahlen. Die Vorschriften des
Doppelbesteuerungsabkommens sind dabei zu berücksichtigen.
 
Die erzielten Gewinne können sowohl ins Ausland als auch in die Türkei frei von jeglichen
Genehmigungen transferiert werden.
 
Einkommenssteuersätze in der Türkei (2010)
 
Einkommen (TL)                      Steuersatz
0,00 – 8.800,00                         15 %
8.800,00 – 22.000,00               20 %
22.000,00 – 50.000,00             27 %
50.000,00 - mehr                      35 %
 
4. Zulassungsvoraussetzungen
Grundsätzlich wird als erster Schritt für die Etablierung eines Geschäfts in einer Freihandelszone
mit der Verwaltungsgesellschaft der Freihandelszone die entsprechende Produktionshalle
bestimmt und ein Mietprotokoll unterschrieben. Dann wird das Zulassungsantragsformular
ausgefüllt an die Direktion für Freihandelszonen in Ankara zugeschickt. Zugleich wird 5.000,00
USD an die Türkische Zentralbank überwiesen. Die Direktion für Freihandelszonen erteilt eine
Genehmigung und nach deren Erhalt wird die Firmengründung / Niederlassungsgründung in der
Freihandelszone beim Handelsregister gestartet.
 
Nach der Gründung wird mit einem entsprechenden Handelsregisterauszug der Verwaltungsgesellschaft der Freihandelszone eingereicht. Der Mietvertrag wird bestätigt und mit
anderen Dokumenten an die Direktion für Freihandelszonen in Ankara zugeschickt. Daraufhin
erteilt die Direktion die Tätigkeitszulassung. Die Zulassung für Mieter-Produzenten ist in der Regel
für 15 Jahre begrenzt und die dafür zu zahlende Zulassungsgebühr beträgt sich 5.000,00 USD.
Längere Fristen für Investor-Produzenten sind im Einzelfall möglich.